Sie sind hier: Startseite >> Marineoperationsschule >> Geschichte MOS
Die Geschichte der Marineortungsschule und Marineoperationsschule wurde sehr häufig beschrieben, den nachfolgenden geschichtlichen Ausschnitt habe ich der folgenden Quelle entnommen:
Quelle: www.bundeswehrforum.de
Auf dem Gelände der ehemaligen Tecklenborg Werft errichtet, hat sich die Marineoperationsschule aus den Anfängen als Technikschule zu der Ausbildungsstätte für den gesamten Marineführungsdienst entwickelt. Die Marineoperationsschule (MOS) ist die zentrale Ausbildungseinrichtung der Deutschen Marine für Taktik und Operation. Der zunehmende Einsatz von Informationstechnik in den Systemen der Marine stellt hohe Ansprüche auch an das Personal an Bord der Schiffe. Das Funktionspersonal wird an der MOS in Systemlehrgängen auf seine Aufgaben für Betrieb, Wartung und Instandsetzung der Systeme vorbereitet.
nach oben1935 schlug die Geburtsstunde der heutigen Gebäude der Marineschule. An der Geeste, auf dem Gelände der ehemaligen Tecklenborg-Werft, dort wo 1902 das größte Segelschiff der Welt, das Fünfmast-Vollschiff PREUSSEN, gebaut wurde und ihren Betrieb dann 1928 einstellen mußte, entstand die Kasernenanlage Wesermünde. Hier nahm im Oktober 1935 die 2. Marineunteroffizier- Lehrabteilung mit theoretischem Unterricht, Infanteriedienst, Sport und Seemanschaft ihre allgemeinmilitärische Ausbildung von Unteroffizier- und Feldwebelanwärtern auf.
Zugleich eröffnete in dieser Kaserne die Marineschule Wesermünde ihren Ausbildungsbetrieb für Mannschaften, Unteroffiziere und Feldwebel aus dem Maschinenbereich. Nachdem Bremerhaven/Wesermünde mit seinen drei Kasernenanlagen wieder eine Garnisonstadt geworden war, wurde in Bremerhaven auch ein Flottenstützpunkt eingerichtet. Im Sommer 1939 liefen die Zerstörer der neu aufgestellten 4. Zerstörerflottille im Kaiserhafen 1 ein. Und wie schon im Ersten, so wurden auch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erneut Fischdampfer umgebaut und in Vorpostenflottillen zusammengefaßt von denen fünf in Bremerhaven stationiert wurden. Während des 2. Weltkrieges lagen auch Räumboote und Sperrbereiche in Bremerhaven. 1945 wurde es mit dem Ende des verlorenen Krieges wieder still um die Marine in Bremerhaven. Die US-Navy übernahm sämtliche Einrichtungen, dazu Schiffe, Boote und Hilfsfahrzeuge der Kriegsmarine, und auch manch ehemaliger deutscher Marineangehöriger tat weiterhin Dienst. Nun unter amerikanischer Flagge oder unter dem Doppelstander C (Capitulation): vor allem Minen mussten gesucht und geräumt werden, aber auch sonst gab es eine Unmenge von Aufräumarbeiten, zu denen die eigentlich gar nicht mehr existente Deutsche Marine herangezogen wurde.
nach obenAm 8. Mai 1956 wurde mit dem Aufstellungsbefehl Nr. 8 für das Marinestützpunktkommando Bremerhaven der Neubeginn der Marineschulen der Bundesmarine eingeleitet. Diesem Kommando unterstanden alle neu aufgestellten Schulstäbe der Bundesmarine, deren Aufgabe es war, das zukünftige Lehrpersonal auszubilden. Im Juni 1956 wurden die ersten Soldaten in der Marineschule vereidigt. Die Amerikaner räumten nach und nach die von ihnen belegten Gebäude und so konnte im Juni 1956 die Technische Marineschule Kiel, Zweigstelle Bremerhaven, ihren Lehrbetrieb mit den alten Dampfanlagen und der Schmiede sowie mit modernen Drehbänken und Einrichtungen für Elektro- und Motorentechnik beginnen.
Die Marineortungsschule bezog am 24. September die ersten beiden Gebäude und erklärte am 20. Oktober 1956 ihre Arbeitsfähigkeit. Am 3. Mai 1957 wurde in einem Festakt die Kasernenanlage Bremerhaven von den Amerikanern an die Marine übergeben und der Lehrbetrieb konnte den Erfordernissen entsprechend ausgebaut werden. Zur praktischen Navigationsausbildung bekam die Marineschule neben modernen Radar- und Navigationsanlagen ein ehemaliges Räumboot der Kriegsmarine, welches später, bedingt durch die erhöhten Anforderungen, durch die Schulfregatte SCHEER ersetzt wurde.
Parallel zu den genannten Ausbildungszweigen begann am 1. Dezember 1956 die Elektronikausbildung aller Dienstgradgruppen. Schwerpunkt der Ausbildung bildete die Wartung von Bord- und Landradaranlagen, Sonar- und Navigationsgeräten.
nach obenAufgrund der hohen Anzahl von Lehrgangsteilnehmern (630) wurde die Zweigstelle der Technischen Marineschule Kiel 1959 eigenständig und erhielt die Bezeichnung TMS II in Bremerhaven. Neben dem Zugang von Schiffsantriebs- und elektrischen Schalt- und Regelanlagen erhielt sie als Schulungsboot das ehemalige Räumboot Capella, das 1972 an die Motorenwerke verkauft wurde.
Als weiterer Schwerpunkt neben der militärfachlichen Ausbildung im Verwendungsbereich Marineelektronik und Instandhalterausbildung an verschiedenen Gerätegruppen, fand die Ausbildung für Offiziere, PUO und UO in den Fachrichtungen Operationsdienst, Nautik und Elektronische Kampfführung sowie ungleiche Sprachausbildung für PUO, UO und Mannschaften statt. Als zentrale Ausbildungsinstrumente fungieren dabei der nach 20 Jahren 1994 neu in Dienst gestellte Verfahrenstrainer und die Ausbildungsanlagen im Bereich Nautik und Elektronische Kampfführung sowie der 1997 neu in Dienst gestellte Taktik- und Verfahrenstrainer.
nach obenIm Jahr 1982 wurde der größte Teil der schiffstechnischen Ausbildung nach Kiel verlagert und es blieb nur eine Inspektion als Außenstelle in Bremerhaven, die aber im Herbst 1987 ganz geschlossen wurde. So endete nach 41 Jahre die Ausbildung zum Schiffstechniker in dieser Kasernenanlage.
Im Oktober 1997 wurde die Marineortungsschule in Marineoperationsschule umbenannt.
Am 18.11.1999 wurde das rot-weiße Fahnenband des Landes Bremen zur Truppenfahne der Marineoperationsschule durch den Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen der Freien Hansestadt Bremen, Henning Scherf, verliehen. Zugleich hielt der Bürgermeister auch erstmals die Ansprache anlässlich der Vereidigung und des Feierlichen Gelöbnisses der Rekruten. Mit der Verleihung des Fahnenbandes würdigt das Land Bremen den Beitrag der Marineoperationsschule zur Stärkung und Festigung des gegenseitigen Verständnisses von Bürgern und Staatsbürgern in Uniform und sie weist auf die Verbundenheit der Stadt Bremerhaven mit der Marineoperationsschule hin, die integraler Bestandteil dieser Stadt ist.
nach obenAm 2. März 2000 wurde die Lehrgruppe C Elektronik im Rahmen einer Musterung durch den Kommandeur der Marineoperationsschule verabschiedet, denn ab April 2000 wurde aus der Lehrgruppe C der Marineoperationsschule die Lehrgruppe B der Marinetechnikschule in Parow/Stralsund. Mit dieser Verabschiedung geht ein Stück Standortgeschichte und erfolgreicher Ausbildung in Bremerhaven zu Ende, zugleich wurde aber auch ein bedeutender Schritt in der Umstrukturierung der Marine vollzogen mit dem Ziel diese zukunftsfähig zu machen: nahezu unbemerkt - ja geradezu ohne Aufhebens und unauffällig wurde die 6. Inspektion der Lehrgruppe Grundausbildung aufgelöst. Die Ausbildung dieser jungen Rekruten in der Verwendungsreihe Marineelektronik erfolgt seit dem II. Quartal 2000 ebenfalls an der Marinetechnikschule am Strelasund. Seit dem 1. Juli 2001 erhalten nun die Rekruten der Fernmeldeverwendungsreihen ihre allgemeinmilitärische Ausbildung, die bis dahin in Eckernförde stattgefunden hat, an der Marineoperationsschule. Seit dem 1. April 2002 findet auch die militärfachliche Ausbildung für alle Fernmelder hier statt und mit dem Beginn der Ausbildung für die operativen Anteile der Waffenschule - damals noch in Kappeln und Eckernförde -hatte ab 1. Januar 2003 die Marineoperationsschule eine neue Struktur eingenommen.
Der Strukturwandel an der Marineoperationsschule setzt sich in den folgenden Jahren weiter fort. So wurde in wird fortlaufend
die STAN angepasst.
Die Stärke- und Ausrüstungsnachweisung (STAN), bestimmt welches Personal (Stärke (Anzahl) und Zusammensetzung nach Funktionen
und Ausbildung) und Material (z.B. Simulatoren, Ausrüstungen etc.) in Dienststellen und an Bord von Schiffen und Booten als
Standardausstattung festgelegt ist.
Auf Grund einer Anpassung der STAN durch sinkende Schülerzahlen im April 2008 wurde die Schule wieder in eine neue Struktur überführt, welche zu einer deutlichen Reduzierung der Ausbilder führte.
Zu Beginn des Jahres 2011 findet auf Grundlage der Bundeswehrreform bereits Planungen über eine weitere Umstrukturierung statt.
nach oben